DIE POST-QUANTEN-HERAUSFORDERUNG
Quantencomputer machen schnelle Fortschritte und stellen eine wachsende Bedrohung für die Kryptografie dar. Einige aktuelle Algorithmen werden anfällig, während andere sicher bleiben. Es ist eine berechtigte Frage, die sich Sigalion Vault-Nutzer stellen: Sind meine Daten vor dieser Bedrohung geschützt?
Gute Nachricht: Ja, und wir erklären, warum.
AKTUELLE SITUATION: IHRE VERSCHLÜSSELUNG IST BEREITS POST-QUANTENSICHER
Symmetrische Algorithmen: Standardmäßig geschützt
Das Fundament von Sigalion Vault basiert auf zwei symmetrischen Verschlüsselungsalgorithmen:
- AES-256-GCM (Advanced Encryption Standard mit 256-Bit-Schlüssel)
- ChaCha20-Poly1305 (mit 256-Bit-Schlüssel)
Hier ist ein wichtiger Punkt, der oft missverstanden wird: Symmetrische Algorithmen sind NICHT auf die gleiche Weise anfällig für Quantencomputer wie asymmetrische Algorithmen.
Selbst ein sehr leistungsstarker Quantencomputer kann AES-256 nicht mit Grovers Algorithmus "knacken" (der effektivste bekannte Quantenansatz). Dieser Algorithmus reduziert die Sicherheit nur um einen quadratischen Faktor: Es würden ~2^128 Operationen statt 2^256 benötigt, was astronomisch unpraktisch bleibt.
Fazit: Ihre aktuelle symmetrische Verschlüsselung bleibt voraussichtlich mehrere Jahrzehnte lang sicher, auch angesichts zukünftiger Quantencomputer, nach aktuellem Wissen.
Schlüsselableitung: Nicht bedroht
Sigalion Vault nutzt zwei Schlüsselableitungsfunktionen:
- PBKDF2 (mit 1 Million Iterationen)
- Argon2id (mit speicherintensiven Parametern von 4096 KiB)
Beide Algorithmen basieren auf kryptografischen Hash-Funktionen, und es gibt derzeit keinen bekannten relevanten Quantenangriff gegen sie. Ihr Passwort sollte durch das Aufkommen von Quantencomputern nicht beeinträchtigt werden.
DAS POTENZIELLE RISIKO: X.509-ZERTIFIKATE
Hier ist der wichtige Punkt zum Verständnis: Sigalion Vault generiert keine eigenen Zertifikate. Sie nutzen Zertifikate von Drittanbietern die von externen Zertifizierungsstellen ausgestellt werden.
Das potenzielle Post-Quanten-Risiko liegt in diesen Zertifikaten, da diese normalerweise auf Folgendem basieren:
- RSA - Algorithmus basierend auf Faktorisierung, anfällig für Quantencomputer
- Elliptische Kurven (ECDSA) - Algorithmus basierend auf diskrettem Logarithmus, ebenfalls anfällig
Wie funktioniert die Anfälligkeit?
Quantencomputer nutzen Shors Algorithmus, um große Zahlen (RSA) zu faktorisieren oder das Problem des diskreten Logarithmus (ECDSA) zu lösen. Ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer könnte theoretisch:
- Den privaten Schlüssel aus einem RSA/ECDSA-Zertifikat extrahieren
- Digitale Signaturen fälschen
- Einen mit diesem Zertifikat verschlüsselten Sitzungsschlüssel entschlüsseln
Experten schätzen, dass dieses Risiko in 5 bis 10 Jahren besorgniserregend werden könnte, abhängig von Schlüsselgrößen und der Entwicklung der Quantentechnologie.
Eine noch nicht vorhandene Bedrohung
Es ist wichtig zu differenzieren: Dieses Risiko ist technisch real, aber ausreichend leistungsstarke Quantencomputer existieren noch nicht. Experten schätzen, dass diese Bedrohung in mehreren Jahren besorgniserregend werden könnte. Inzwischen bleiben von seriösen Zertifizierungsstellen ausgestellte Zertifikate sicher und zuverlässig.
FAZIT
Sigalion Vault profitiert heute von einer robusten kryptografischen Architektur. Angesichts der absehbaren Entwicklung der Quantenbedrohung gewährleistet das Sigalion-Team eine regelmäßige technologische Überwachung aufstrebender Post-Quanten-Standards. Sollte eine Anpassung in den kommenden Jahren erforderlich werden, wird sie schrittweise und transparent umgesetzt.
Zusammenfassung:
- Ihre Daten und Dateien bleiben durch eine Verschlüsselung geschützt, die noch viele Jahre lang sicher bleibt.
- Die Verwendung eines starken Passworts in Kombination mit bewährten Schlüsselableitungsfunktionen wird durch Quantencomputer nicht bedroht.
- Sigalion Vault wird entsprechend der Entwicklung von Post-Quanten-Standards und realen Bedrohungen angepasst.